Neues aus der HiKo (056): Tagung am 23. März 2019 in Bielefeld zur Stadtrechtsverleihung 1719

Vor dreihundert Jahren erhielten nicht weniger als acht Orte in der damaligen preußischen Grafschaft Ravensberg auf einen Schlag die Stadtrechte: Borgholzhausen, Bünde, Enger, Halle (Westf.), Preußisch Oldendorf, Versmold, Vlotho und Werther. Anlass für die großzügige Stadtrechtsverleihung von 1719 war aber nicht die Förderung der Orte, sondern die Steuerpolitik des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. (1713–1740). Dieser führte in alten und neuen Städten die Erhebung der „Akzise“ ein, eine am Stadttor kassierte Steuer vor allem auf Verbrauchsgüter.

Das Jubiläum dieser Stadtrechtsverleihungen ist Anlass für eine Tagung, zu der der Historische Verein für die Grafschaft Ravensberg und die Historische Kommission für Westfalen einladen. Die Referenten werden über die unmittelbaren Auswirkungen der preußischen Steuerpolitik sowie über die langfristigen Folgen der Stadtrechtsverleihung für die Entwicklung der Orte berichten. Angestrebt wird zudem ein Vergleich mit anderen Regionen und Orten.

Die Tagung findet am Samstag, dem 23. März 2019 im Stadtarchiv Bielefeld statt. Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Zur Anmeldung senden Sie bitte bis zum 15. März eine formlose E-Mail an „hiko@lwl.org“. Bitte teilen Sie uns dabei auch mit, ob sie am Mittagessen (5 EUR) teilnehmen möchten.

Tagungsprogramm:

9.00 Uhr – Anmeldung und Begrüßungskaffee

9.30 Uhr – Dr. Johannes Altenberend (Bielefeld): Begrüßung

9.45 Uhr – Dr. Mechthild Black-Veldtrup (Münster): Begrüßung und Anmerkungen zur Quellenlage

Sektion 1: Grundsätze der Reformen (Moderation: Dr. Johannes Altenberend)

10.00 Uhr – Prof. Dr. Werner Freitag (Münster): Vergessene Zeiten? Das brandenburgisch-preußische Minden-Ravensberg im 17./18. Jh.

10.30 Uhr – Sebastian Schröder (Münster): Die preußischen Akzise- und Städtereformen in der Grafschaft Ravensberg zu Beginn des 18. Jh.

11.00 Uhr – Diskussion der Beiträge

11.15 Uhr – Kaffeepause

11.45 Uhr – Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Senden): Die Akzisestädte im Spiegel der Historischen Statistik des 18. Jh.

12.15 Uhr – Dr. Stefan Gorißen (Bielefeld): Preußischer Fiskalismus oder Kampf gegen kleinstädtische Korruption? Die preußische Akzise- und Städtepolitik in Kleve-Mark unter Friedrich-Wilhelm I.

12.45 Uhr – Diskussion der Beiträge

13.00 Uhr – Mittagspause

Sektion 2: Lokale Perspektiven (Moderation: Dr. Burkhard Beyer)

14.15 Uhr – Dr. Jochen Rath (Bielefeld): „nemlich die Accise…“ – Bielefeld und die Akzise seit 1692

14.45 Uhr – Dr. Katja Kosubek (Halle): „Es regiert der kalte Rechengeist“. Das Beispiel Halle

15.15 Uhr – Diskussion der Beiträge

15.30 Uhr – Kaffeepause

16.00 Uhr – Dr. Rolf Westheider (Versmold): Ein Muster-Städtchen im Linnen-Ländchen? Versmolds Entwicklung nach der Stadtrechtsverleihung von 1719

16.30 Uhr – Dr. Christof Spannhoff (Münster): Schnaps oder Stadtrechte? Die Einführung der preußischen Akzise in der Grafschaft Tecklenburg in den 1720er-Jahren

17.00 Uhr – Dr. Bärbel Sunderbrink (Bielefeld): Die jüdische Bevölkerung in den Landstädten Ravensbergs

17.30 Uhr – Abschlussdiskussion

18:00 Uhr – Voraussichtliches Ende der Tagung

Das Programm ist auch herunterzuladen unter:

http://www.lwl.org/hiko-download/Akzisetagung_Prospekt_006_web_beschnitten.pdf

Die Veranstaltung findet statt am Samstag, 23. März 2019, im Veranstaltungsraum des Stadtarchivs Bielefeld, 2. Etage (Raum SO 2), Kavalleriestraße 17, 33602 Bielefeld. Ein Zugang zum Veranstaltungsraum durch die Stadtbibliothek ist am Veranstaltungstag nicht möglich, bitte benutzen Sie den Nebeneingang Kavalleriestraße. Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zu erreichen.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit dem Fern- oder Nahverkehr bis Bielefeld Hauptbahnhof. Vom Haupteingang geradeaus durch die Herbert-Hinnendahl-Straße zum Willy-Brandt-Platz, diesen geradeaus überqueren, auf der Paulusstraße links an der Stadtbibliothek vorbei, rechts in die Kavalleriestraße zum Hintereingang.

Anreise mit dem Auto: Von Norden Herforder Straße bis Bielefeld Zentrum (Willy-Brandt-Platz), dort links in die Paulusstraße, nächste rechts Kavalleriestraße. Von Westen/Süden über A 2 und A 33 bis Anschlussstelle Bielefeld-Zentrum, von dort über den „Ostwestfalendamm“ (B 61) bis Abfahrt Jöllenbecker Straße (Ausschilderung Hauptbahnhof folgen), über Feilenstraße zum Willy-Brandt-Platz, geradeaus in die Paulusstraße, rechts Kavalleriestraße. Von Osten ab Autobahnabfahrt Bielefeld Ost über Detmolder Straße bis Adenauerplatz, rechts in die Alfred-Bozi-Straße, geht am Jahnplatz in die Herforder Straße über, am Willy-Brandt-Platz rechts in die Paulusstraße, weiter rechts in die Kavalleriestraße.

Im Gebäude des Stadtarchivs befindet sich ein Parkhaus (Tagesgebühr 8 EUR), Zufahrt über die Kavalleriestraße. Eingabe für Navigationsgeräte 33602 Bielefeld, Kavalleriestraße 17.