Kirchliche Protokolle

Die Kirchlichen Protokolle sind in zwei Kategorien eingeteilt: Visitationsprotokolle und Synodalprotokolle. Eine Visitation wird durch einen Oberen mit Aufsichtsbefugnis abgehalten, der eine Inventur und Normenkontrolle durchführt, indem oftmals ein eigens erstellter Fragekatalog abgearbeitet wurde.
Synodalprotokolle bieten eine interne Sicht der Untersuchungsumstände, während Visitationsprotokolle den Kontrollcharakter durch eine obere Instanz im Fokus haben.
In den Protokollen befinden sich Bestandsaufnahmen diverser Güter und Finanzen. Die posttridentinischen/spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Visitationen fokussierten sich mehr und mehr auf die bürokratisch-fiskalischen Fragen und verloren den zuvor dominierenden sittenbessernden Charakter.
Synodal- und Visitationsprotokolle sind von Interesse für die (inter-)konfessionelle Pfarrgeschichte und die Lokalforschung sowie für die Geschichte der zwei protestantischen Kirchen im Westfalen des 19. Jahrhunderts, aber auch für die allgemeinen Fragen zur Zeit der katholischen Erneuerung.

 

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? Synodalprotokolle