Titelbild

Grandke, Uwe: Kommunale Verkehrspolitik in Münster 1918 - 1939.
Münster: Aschendorff 1998. XIV, 494 S., zahlr. Tab., Grafiken, Karten.
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XXII A: Geschichtliche Arbeiten zur westfälischen Landesforschung. Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Gruppe, Band 12)
ISBN: 978-3-402-06796-3; Preis: 50,20 Euro


In der modernen Gesellschaft gewinnt der Personen- und Güterverkehr zunehmend an Bedeutung, die Verkehrspolitik damit an Gewicht. Die vorliegende Pionierarbeit zur kommunalen und regionalen Verkehrsentwicklung zu Beginn des Automobilzeitalters fußt auf einem gründlichen Quellenstudium. In der mit zahlreichen Tabellen und Karten versehenen Arbeit werden Rahmenbedingungen, Träger der kommunalen Verkehrspolitik, Betreiber der Verkehrsmittel sowie die Verkehrsmittel selbst (Busse, Straßenbahnen, Autos, Fahrräder, Eisenbahnen, Binnenschiffe, Flugzeuge), ihre spezifischen Probleme und die politischen Entscheidungsprozesse analysiert.

Fragen der Verkehrspolitik waren schon früher nicht nur heftig umstritten, sondern wurden bereits in der Weimarer Republik mit ähnlichen Argumenten geführt wie heute. Diskussionen über Radwege- und Straßenbau, über den Flughafen, über Subventionen des öffentlichen Personennahverkehrs oder Maßnahmen zur Hebung der Verkehrsdisziplin sind keineswegs neu. Abhängig von Entscheidungen übergeordneter Instanzen, eingeengt durch geographische und wirtschaftliche Zwänge, zusätzlich beschnitten in der Zeit des Nationalsozialismus, hatte die Kommunalpolitik nur gewisse Handlungsspielräume. Mit welchen Strategien diese genutzt wurden, um verkehrspolitische Ziele gegenüber dem Land, dem Reich und auch gegenüber konkurrierenden Städten durchzusetzen wird untersucht, wobei auch nie verwirklichte Projekte einbezogen werden.

Rezensionen:

— Historische Zeitschrift 269 (1999), S. 529-531 (Jürgen Reulecke).

— Osnabrücker Mitteilungen 105 (2000), S. 275-276 (Stefan Brüdermann).

— Westfälische Forschungen 49 (1999), S. 706-709 (Dietmar Klenke).

 

Zurück zur Übersicht „Die Bände der alten Reihen“

⇑ Zum Seitenanfang