Historische Kommission für Westfalen

Siegel von 1470 des Stifts Marsberg (Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen)

Müller, Helmut (Bearb.): Urkunden der Propstei Marsberg.
Münster: Aschendorff 1998. 391 S., Abb.
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XXXVII: Westfälische Urkunden (Texte und Regesten), Band 8)
ISBN: 978-3-402-06840-3; Preis: 50,20 Euro


Marsberg liegt im äußersten östlichen Zipfel des Regierungsbezirks Arnsberg im Grenzbereich der alten Territorien Herzogtum Westfalen, Fürstbistum Paderborn und Fürstentum Waldeck und wird in seiner frühen Geschichte am ehesten mit dem Bau der Eresburg hoch über der Diemel, der Errichtung des Heiligtums der Irminsul und mit immer wieder aufflackernden Kämpfen zwischen Sachsen und Franken in Verbindung gebracht. Die schriftlichen Zeugnisse über den Bau einer Kirche zu Ehren des Apostelfürsten Petrus auf der im Jahre 771 durch Karl den Großen eroberten Burg Eresburg (Obermarsberg) reichen bis in das Jahr 785 zurück. Im Jahr 826 übertrug Kaiser Ludwig der Fromme die Eresburg mit der Kirche den Corveyer Benediktinern, die dort eine Propstei einrichteten und diese bis 1803 unterhielten.

Der originalüberlieferte Urkundenbestand der Propstei Marsberg umfaßt heute nur noch 379 Einzelstücke und setzt erst 1176 ein. Aufgrund abschriftlicher Überlieferungen und Ergänzungen aus den Urkundenbeständen des Mutterklosters und benachbarter Klöster läßt sich der Marsberger Bestand jedoch bis auf das Jahr 1046 zurückführen. Die Publikation der Urkunden und Regesten umfaßt durch diese Anreicherung 719 Nummer, bildet 19 Siegel ab und wird durch einen umfangreichen Orts- und Personenindex sowie einen Sachindex mit Glossar erschlossen. Die Edition enthält wichtige Nachrichten zur geschichtlichen und kirchlichen Entwicklung des Raums, zur Wüstungsforschung, zur Geschichte des Bergbaus, zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges und seiner Folgen und reiht sich ein in die bereits vorgelegten Urkundenbücher der Klöster Oelinghausen (1992, vergriffen), Gravenhorst (1994), Bredelar (1994, vergriffen) und Dalheim (1995) und Hardehausen (2002).

Rezensionen:
— Archivpflege in Westfalen 47 (1998), S. 48 (Horst Conrad).

— Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 56, Heft 2 (2000), S. 630-631 (Enno Bünz).

— Heimatpflege in Westfalen 12, Heft 4 (1999), S. 29 (Hubert Schmidt).

— Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 52 (2002), S. 259-261 (Aloys Schwersmann).

— Jahrbuch für westfälische Kirchengeschichte 93 (1999), S. 344-345 ([Hans-Peter Wehlt).

— Lippische Mitteilungen 69 (2000), S. 366-367 (W. Bender).

— Westfälische Forschungen 51 (2001), S. 645-646 (Friedrich-Wilhelm Hemann).

— Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte 116, Kanonistische Abteilung 85 (1999), S. 603-604 (Immo Eberl).

 

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