Gemeinde Dülmener Flur XXIV, Blatt 1, Woeren 1825

Hemann, Friedrich-Wilhelm (†) und Overhageböck, Dieter (Bearb.): Das Dülmener Urkataster von 1825. Grundeigentümer in Stadt und Umland in Karten und Tabellen.
Dülmen: Stadtarchiv Dülmen 2008. 283 S., darunter 70 Doppelseiten Karten und 102 Seiten Tabellen.
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XXVI: Geschichtliche Karten, Kartenwerk 3)
ISBN: 978-3-00-025874-9; Preis: 69,90 Euro

 

Zwischen 1820 und 1835 entstand im Rheinland und in Westfalen im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. ein Kataster, um die Steuergerechtigkeit in den neuen Provinzen sicherzustellen. Es war die erste exakte großräumige Vermessung in diesem Raum.
Auf Grundlage der preußischen Urvermessung für Dülmen von 1825 wurden die Karten für diesen Band neugezeichnet und gestaltet. So wurden die Höhenlinien aus der Deutschen Grundkarte übertragen, einzelne Flurbezeichnungen aus den Flurbüchern ergänzt und besondere Nutzungen hervorgehoben.
Die Karten wurden mit den zeitgleich entstandenen Flurbüchern durch eine identische Nummernfolge verknüpft. So wurden in Karten und Eigentümerlisten für jedes Flurstück des heutigen Dülmener Stadtgebietes Besitzer, die Nutzungsart (Gebäude, Garten, Wiese, Wald, Acker, Gewässer und landwirtschaftliche Besonderheiten) sowie der Wert des Grundstückes rekonstruiert. Dies ergibt eine genaue Darstellung von Siedlung und Landschaft um 1825. Den aufbereiteten Urkatasterkarten des Jahres 1825 wird im selben Maßstab die aktuelle Deutsche Grundkarte von 2000 parallel gegenübergestellt. Dies ermöglicht den direkten Vergleich beider Zeitpunkte. Der Einführungstext von Friedrich-Wilhelm Hemann schildert die Vorbereitungen und die Durchführung der Vermessungsarbeiten für das rheinisch-westfälische Grundsteuerkataster sowie die daraus resultierenden Konflikte mit der Bevölkerung im Gemeindegebiet Dülmen und im Kreis Coesfeld.
Das Werk enthält für jede der beiden Kartenserien Indices für Flur-, Gewässer- und Hofnamen. Durch diese Indices fungiert das Kartenwerk zugleich als Flurnamenatlas.
Die Neuzeichnung der veränderten Ausschnitte ist in dieser Form für Westfalen einmalig. Wegen seines exemplarischen Charakters wird dieser Band die landeskundliche, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Forschung bereichern.

Rezensionen:
— Heimatpflege in Westfalen 24,4 (2011), S. 36 (Rainer Decker).

— Westfälische Forschungen 60 (2010), S. 780f. (Marcus Weidner).

 

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