Fahlbusch, Friedrich Bernward (Bearb.): Historischer Atlas westfälischer Städte, Band 5: Gütersloh, Münster: Ardey 2014, 16 Seiten und 5 lose Karten in Mappe (25,2 x 35,2 cm), zahlreiche Karten und Abbildungen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 24). ISBN 978-3-87023-374-7, Preis: 32,80 EUR.

Das ins 10./11. Jahrhundert zurückreichende Dorf Gütersloh – infolge konkurrierender Herrschaftsansprüche im konfessionellen Zeitalter ein interessanter Sonderfall – wird 1825 rechtlich Stadt, obwohl nur in Einwohnerzahl und Wirtschaftsstärke urbane Voraussetzungen vorliegen: Dies spiegelt sich bis heute im Grund- und Aufriss der inzwischen fast 100.000 Einwohner zählenden Kommune mit erheblichen zentralörtlichen Funktionen.

Ausgangspunkt der Bände ist jeweils die Urkatasterkarte (entstanden 1820 bis 1840 in Westfalen bzw. um 1880 in Lippe) als erste exakte Vermessung der Städte: Sie zeigt deren Grundriss vor den tiefgreifenden Veränderungen durch die Industrialisierung und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Diese Uraufnahme besteht aus zahlreichen einzelnen Blättern, die für jede Stadt zu einer neuen Karte mit dem einheitlichen Maßstab 1: 2 500 zusammengefasst werden. Der neu gezeichneten Urkatasterkarte steht die moderne Stadtkarte im Maßstab 1: 5 000 gegenüber. Auf dem Urkataster beruht eine Karte zur Entwicklung der jeweiligen Stadt, die den aktuellen Stand ihrer Erforschung wiedergibt. Hinzu kommen Umlandkarten und thematische Karten, die ausgewählte stadttypische und regionale Besonderheiten herausarbeiten bzw. vertiefen. Ein Textheft enthält einen aktuellen, mit vielen Bildquellen ausgestatteten Beitrag zur historischtopographischen Entwicklung der Stadt von ihren Anfängen bis heute. Als Autoren konnten sowohl für das Textheft als auch für die Themenkarten ausgewiesene Kenner der jeweiligen Stadtgeschichte gewonnen werden.

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