Historischer Atlas westfälischer Städte, Band 7: Soest. Bearb. von Wilfried EHBRECHT, Mechthild SIEKMANN und Thomas TIPPACH, Münster 2016, 32 Seiten und 11 lose Karten in Mappe, zahlreiche Karten und Abbildungen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 30). Ardey, ISBN 978-3-87023-382-2, Preis: 39,90 EUR.

Die älteste Stadt Westfalens, mittelalterliche Großstadt, Vorort der Hanse und Herrin über ein eigenes Territorium am Hellweg (Börde) bearbeitet eine Kartenfolge, deren Bogen von der Stadtarchäologie, über die frühneuzeitliche Transformierung (Soester Fehde, Reformation) und dem erstmalig edierten „Urkataster“ bis in die Moderne (Verwaltungs- und Fürsorgebauten, Kriegszerstörungen, Denkmalpflege) reicht: durchaus ein neuartiger Kontrast zum Bild der von ihren Mauern geprägten „alten Stadt“.

Ausgangspunkt der Bände ist jeweils die Urkatasterkarte (entstanden 1820 bis 1840 in Westfalen bzw. um 1880 in Lippe) als erste exakte Vermessung der Städte: Sie zeigt deren Grundriss vor den tiefgreifenden Veränderungen durch die Industrialisierung und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Diese Uraufnahme besteht aus zahlreichen einzelnen Blättern, die für jede Stadt zu einer neuen Karte mit dem einheitlichen Maßstab 1: 2 500 zusammengefasst werden. Der neu gezeichneten Urkatasterkarte steht die moderne Stadtkarte im Maßstab 1: 5 000 gegenüber. Auf dem Urkataster beruht eine Karte zur Entwicklung der jeweiligen Stadt, die den aktuellen Stand ihrer Erforschung wiedergibt. Hinzu kommen Umlandkarten und thematische Karten, die ausgewählte stadttypische und regionale Besonderheiten herausarbeiten bzw. vertiefen. Ein Textheft enthält einen aktuellen, mit vielen Bildquellen ausgestatteten Beitrag zur historischtopographischen Entwicklung der Stadt von ihren Anfängen bis heute. Als Autoren konnten sowohl für das Textheft als auch für die Themenkarten ausgewiesene Kenner der jeweiligen Stadtgeschichte gewonnen werden.

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