Die Grafen von der Mark. Neue Forschungen zur Sozial-, Mentalitäts- und Kulturgeschichte. Beiträge der Tagung am 22. April 2016 in Hagen, Hg . von Stefan PÄTZOLD und Felicitas SCHMIEDER. Münster 2018, 171 Seiten, Festeinband, zahlreiche Abbildungen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 41). Verlag Aschendorff, ISBN 978-3-402-15128-0, Preis: 29,00 Euro.

Nach der Schlacht von Worringen im Jahr 1288 erlangten die siegreichen Grafen von der Mark, deren Familie in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als ein Zweig der rheinischen Grafen von Berg entstanden war, eine herzogsgleiche Stellung. Seitdem gehörten sie zu den bedeutendsten weltlichen Herren Westfalens.

Trotz ihrer großen Bedeutung wurde die Geschichte der Familie bisher nur selten in den Blick genommen. So fehlen Untersuchungen zu ihrer Struktur, ihren Heiratsverbindungen, zur Bedeutung von Burgen und Hausklöstern für die Entwicklung der Verwandtengruppe, zur Ausbildung eines spezifischen familiären Selbstverständnisses und der Wahrnehmung unter seinen Zeitgenossen, zur Selbstdarstellung und Repräsentation; ferner zu den Formen der liturgischen Memoria, der weltlichen Erinnerung an verstorbene Familienmitglieder in den unterschiedlichen Arten der Hausüberlieferung, etwa in der Historiographie oder der bildenden Kunst. Ebenso wenig fanden auf die Märker Fragestellungen der ‚Neuen Kulturwissenschaft‘ Anwendung.

Bei weitem nicht alle hier genannten Aspekte konnten anlässlich der „Gespräche zur Regionalgeschichte an Rhein und Ruhr“ zur Sprache kommen, die am 22. April 2016 in den Räumen der Fernuniversität Hagen stattfanden. Zentrale Themen aber wurden berücksichtigt: Michael Hecht erläuterte die Forschungsperspektiven der Dynastiegeschichte; Stephanie Marra betrachtete Heiratskreise und Netzwerke der Grafen von der Mark; Stefan Pätzold untersuchte, wie Levold von Northof durch seine Chronik zur Erinnerungsbildung und Identitätskonstruktion der Familie beitrug; Thorsten Fischer widmete sich dem liturgischen Totengedenken der Märker, und Stefan Leenen stellte die Burgen der Grafen als „Pfeiler ihrer Macht“ vor. Ihre Vorträge sind in diesem Band vereinigt.

Rezensionen:

– Ulrich Löer in: Soester Zeitschrift, Heft 130 (2018), S. 173f.

 

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