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"100 Jahre Novemberrevolution in Westfalen und Lippe"

Öffentliche Vortragsveranstaltung – „100 Jahre Novemberrevolution in Westfalen und Lippe - Bilanz und Perspektiven

10. Mai 2019, Kulturzentrum August Everding in Bottrop

Vor hundert Jahren geriet die traditionelle Ordnung in Deutschland völlig aus den Fugen. Das deutsche Heer war geschlagen und verlangte den Friedensschluss, die Matrosen verweigerten den sinnlosen Kampf, der Kaiser dankte ab, die deutschen Fürsten und Könige folgten seinem Beispiel, die Republik wurde ausgerufen, das allgemeine Wahlrecht eingeführt (auch für Frauen), eine Verfassung wurde erarbeitet, es wurde gewählt, es wurde gestreikt – und nicht selten eskalierte der Streit über die künftige Richtung des Landes in blutigen Kämpfen.

Bild: Dr. Bischoff begrüßt die Gäste (Foto: LWL/B. Beyer)

Emotionale Debatte

Heute, hundert Jahre später, kann kein Zeitzeuge mehr davon erzählen, aber die zeitgenössischen Berichte geben noch immer eine Ahnung davon, wie aufgewühlt die Zeit war, als nach der militärischen Niederlage auch die zivile Ordnung auf den Kopf gestellt wurde. Was für die einen eine unerträgliche Schmach war, empfanden andere als Aufbruch, als Chance für einen Neuanfang.

Nach einer Begrüßung durch Frau Black-Veldtrup und Herrn Dr. Frank M. Bischoff, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, sprach zunächst René Hoffmann aus Essen über das Bottroper „Rathaus-Massaker“ vom 19. Februar 1919, seine Instrumentalisierung und die Verleugnung des Verbrechens. Die nachfolgende Diskussion offenbarte, dass das Thema in Bottrop nach wie vor emotional stark aufgeladen ist und sehr unterschiedlich rezipiert wird. Ein Teil der von Herrn Hoffmann vertretenen Positionen erwiesen sich bei näherer Prüfung als durchaus angreifbar, was eine Reihe von Vertretern aus der örtlichen Kommunalpolitik zur Teilnahme an der Veranstaltung und zu deutlicher Kritik veranlasste. Ruhiger ging es bei den übrigen Themen des Tages zu. Bärbel Sunderbrink sprach über das Thema „Der unbekannte Teil des Wahlvolks. Frauen und die Revolution 1918/19 am Beispiel Lippes“. Reiner Rhefus berichtete über Elberfeld-Barmen als Hochburg der Sozialdemokratie und über die Ereignisse in der Revolution 1918/19.

Bild: Dr. Bärbel-Sunderbrink bei ihrem Vortrag (Foto: LWL/B. Beyer)

 

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