„Neue Klosterwelten in Westfalen und Lippe“

2. August 2014 – Wickede (Ruhr), Heilig-Geist-Kloster der Steyler Missionarinnen und Werl, Franziskanerkloster

Tagungsbericht von Sarah Sievers

Etwa 100 Interessierte nahmen am Samstag, den 2. August 2014 in Wickede-Wimbern und Werl an der jährlichen Klostertagung der Reihe "Die Klöster in Westfalen und Lippe" teil. Die Veranstaltung „Neue Klosterwelten in Westfalen und Lippe“, die in diesem Jahr bereits zum 15. Mal stattfand, ist ein gemeinsames Projekt der Forschungsstelle Bistumsgeschichte (Paderborn), des Westfälischen Heimatbundes (Münster) und der Historischen Kommission für Westfalen (Münster).

Am Vormittag stellten die Steyler Missionarinnen vom Heilig-Geist-Kloster in Wickede-Wimbern ihre Geschichte, unter der Moderation von Prof. Dr. Edeltraud Klueting (Westfälischer Heimatbund), vor. Die Oberin Sr. Hildegard Maria Hau SSpS begrüßte die Teilnehmer; danach erläuterte ihre Mitschwester Mechtilde Berger SSpS die Geschichte, besonders die Spiritualität ihrer von Arnold Janssen 1889 in Steyl gegründeten Gemeinschaft, anhand der Fenster der Klosterkirche. Die sieben Fenster stellen je eine der Ordenspatroninnen der Steyler dar, denen die sieben Gaben des Heiligen Geistes zugeordnet sind. Während der Messfeier mit allen Schwestern der Hausgemeinschaft und einer anschließenden Führung konnten die Teilnehmer die Fenster auch vor Ort auf sich wirken lassen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es zum zweiten Teil der Tagung weiter in den Wallfahrtsort Werl. Dort übernahm Prof. Dr. Hermann-Josef Schmalor (Direktor der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn) die Moderation. Der dortige Guardian der Franziskaner, P. Ralf Preker, ein gebürtiger Werler, berichtete von der Tätigkeit der Kapuziner und Franziskaner als Wallfahrtsseelsorger in Werl. Von 1645 bis zur Aufhebung des Klosters 1834 durch die preußische Regierung kümmerten sich die Kapuziner um die Pilger zum Gnadenbild der Trösterin der Betrübten; ab 1848 übernahmen die Franziskaner diese Aufgabe.

Dem Vortrag schloss sich eine Führung durch die alte Wallfahrtskirche, die neue Wallfahrtsbasilika und den Klostergarten an, bei der P. Gottfried Zedler OFM von der Geschichte der Kirchen erzählte und die darin enthaltenen Kunstwerke, vor allem die Fenster, vorstellte.

Den letzten Vortrag der Veranstaltung hielt Prof. Dr. Dr. Harm Klueting (Universitäten Fribourg (Schweiz)/Köln). Er führte in Veränderungen des Ordenslebens nach der Säkularisation ein. Die bedeutendste Veränderung dieser Zeit sei eine „Verweiblichung“ des Ordenswesens, da die meisten der neugegründeten Gemeinschaften weiblich waren. Als Beispiele hierfür nannte er die Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung in Olpe und die Schwestern der Christlichen Liebe in Paderborn.

Nach dem abschließenden Marienlob in der Basilika fasste der Tagungsleiter Prof. em. Dr. Karl Hengst (Forschungsstelle Bistumsgeschichte Paderborn) den Tag noch einmal zusammen: Klöster und Wallfahrtsorte sind Orte der Gastfreundschaft, die vielen Menschen Trost und Heimat bieten können.

Im nächsten Jahr findet die Tagung voraussichtlich im ehemaligen Augustiner-Chorherren-Kloster in Dalheim und am Nachmittag bei den Benediktinerinnen in Herstelle statt.

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