Tradition erhalten und der Zeit anpassen,

Tagungsbericht von Sarah Sievers

Am Samstag, dem 4. August fanden sich etwa 100 Interessierte zu einer Klostertagung in Paderborn ein. Die Veranstaltungsreihe „Neue Klosterwelten in Westfalen und Lippe“ fand in diesem Jahr bereits zum 13. Mal statt. Sie wird von der Forschungsstelle Bistumsgeschichte Paderborn in Kooperation mit der Historischen Kommission für Westfalen (Münster) sowie dem Westfälischen Heimatbund (Münster) organisiert.

Der erste Teil der Tagung fand im Mutterhaus der Vinzentinerinnen unter der Moderation von Dr. Edeltraud Klueting (Westfälischer Heimatbund) statt. Die Generaloberin Schwester Cäcilie Müller stellte die bewegte Geschichte der Vinzentinerinnen vor, die seit 171 Jahren in Paderborn in der Krankenpflege tätig sind, sich heute aber auch in der Pastoral engagieren. Dies wurde in den Vorträgen ihrer Mitschwestern Elrike und Michaelis genauer ausgeführt, die über ihre Arbeit in der Wohnungslosenpastoral (Brüder und Schwestern der Straße) bzw. im Hospiz „Mutter der Barmherzigkeit“ und für das Moses-Babyfenster berichteten. Schwester Beatrix Igler, die Gastreferentin vom Herz-Jesu-Institut Serviam in Germete erzählte von der Geschichte des Instituts, dessen Hauptaufgabe die Familienpflege ist, und ließ dabei auch eigene Erfahrungen einfließen. Die Einheit im Mutterhaus der Vinzentinerinnen wurde durch eine kleine Führung und das gemeinsame Mittagsgebet abgerundet.

Am Nachmittag fand ein Orts- und Moderationswechsel statt. Unter der Leitung von Dr. Hermann-Josef Schmalor (Paderborn) wurde die Tagung im Michaelskloster fortgesetzt. Die Augustiner Chorfrauen dort widmen sich seit 1658 der Mädchenbildung in Paderborn. Ihr vergangenes und gegenwärtiges Leben war Thema des Vortrags ihrer Oberin Schwester Veronika Maaßen, dem sich ebenfalls eine Führung durch das Kloster und die Teilnahme an der Vesper der Schwestern anschloss.

In seinem Fazit fasste der Tagungsleiter Prof. Dr. Karl Hengst von der Forschungsstelle Bistumsgeschichte in Paderborn die wichtige Aufgabe der Klöster zusammen: sie sind Brücken zwischen Gott und den Menschen. Dabei erfüllen sie ihre Aufgabe dort, wo es nötig ist, wie Schwester Cäcilie in ihrem Vortrag betonte. Dies geschieht, wie die Vorträge zeigten, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, und sollte auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und einer großen Herausforderung wie dem Nachwuchsmangel erhalten bleiben.

So ging eine erfolgreiche Tagung zu Ende, durch die außerdem die Erarbeitung des neuen Klosterbuches „Die religiösen Institutionen der verschiedensten Konfessionen in Westfalen und Lippe von 1815 bis heute“ (=WKB V) ermöglicht werden soll.