Historische Kommission für Westfalen

Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist neue Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen

13. April 2018

Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Dr. Mechthild Black-Veldtrup (Foto: LWL/Beyer)

Die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragene Historische Kommission für Westfalen hat eine neue erste Vorsitzende: Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist von der Mitgliederversammlung der Kommission in Beckum zur Nachfolgerin von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus gewählt worden. Reininghaus hatte nach 15 Jahren an der Spitze der Kommission nicht wieder für den Vorsitz kandidiert. Der zweite Vorsitzende, Prof. Dr. Werner Freitag, wurde in seinem Amt bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Dr. Thomas Tippach, Dr. Stefan Pätzold und Dr. Andreas Neuwöhner.

Traditionell arbeitet die Kommission eng mit den beiden Abteilungen des "Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalen" und dem Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen (früher Staatsarchiv Münster) zusammen. In beiden Bereichen ist die neue Vorsitzende sehr erfahren: Seit 2004 ist sie Leiterin des Landesarchivs NRW in Münster, seit 2008 zudem Vorsitzende des Altertumsvereins (Abteilung Münster). Black-Veldtrup ist seit der Gründung der Kommission 1896 die erste Frau an der Spitze der Historischen Kommission. Die 1960 in Freiburg im Breisgau geborene Historikerin studierte in Freiburg, Münster und Canterbury Geschichte, Anglistik, Politologie und Pädagogik. 1993 wurde sie in Münster bei Joachim Wollasch promoviert, anschließend besuchte sie die Archivschule in Marburg. 1998 trat sie ihren Archivdienst im damaligen Staatsarchiv in Düsseldorf an, 2002 wechselte sie nach Münster.

Mit Reininghaus verlässt einer der profiliertesten Kenner der westfälischen Landesgeschichte den Vorstand der Kommission. Der 1950 in Schwerte geborene Historiker studierte Volkswirtschaft und Geschichte, nach dem Besuch der Archivschule Marburg war er zunächst im Westfälischen Wirtschaftsarchiv (zuletzt leitend) tätig, anschließend Leiter des Staatsarchivs Münster und von 2004 bis 2013 erster Präsident des neuformierten Landesarchivs NRW. Seine in die hunderte gehenden Publikationen behandeln insbesondere Fragen der westfälischen Wirtschaftsgeschichte. Als Autor wird Reininghaus der Kommission erhalten bleiben, gleich mehrere Bücher aus seiner Feder sind in Vorbereitung. Als Anerkennung für seine besonderen Verdienste hat die Mitgliederversammlung der Kommission Reininghaus zu ihrem Ehrenmitglied gewählt.


Vortragsveranstaltung im April

13. April 2018 – Wie schreibt man die Geschichte der ‚Historischen Kommission für Westfalen’?

Am 13. April 2018 findet in Beckum die Hauptversammlung der Historischen Kommission für Westfalen statt. In diesem Rahmen lädt die Historische Kommission herzlich ein zu einer öffentlichen Vortragsveranstaltung zum Thema „Wie schreibt man die Geschichte der ‚Historischen Kommission für Westfalen’?“. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr im Vortragsraum der Volksbank Beckum-Lippstadt eG (Südstraße 15, 59269 Beckum). Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vortrag von Dr. Karl Ditt: „Die Historische Kommission für Westfalen und die Kulturpolitik des Provinzial- bzw. Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe von den 1920er bis 1970er Jahren.“

Prof. Dr. Dietmar von Reeken im Gespräch mit Prof. Dr. Wilfried Reininghaus und Dr. Mechthild Black-Veldtrup: „Wie schreibt man eine Kommissionsgeschichte?“

Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus: „Die Historische Kommission für Westfalen und die Geschichtswissenschaften in Westfalen im 19. bis 21. Jahrhundert: Erste Überlegungen.“

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Neuerscheinung: Die Externsteine

Zwischen wissenschaftlicher Forschung und völkischer Deutung

Gemeinsam mit dem Lippischen Landesmuseum Detmold und der Schutzgemeinschaft Externsteine e. V. hat die Historische Kommission am 6. und 7. März 2015 die interdisziplinäre Fachtagung zum Thema „Die Externsteine – Ein Denkmal als Objekt wissenschaftlicher Forschung und Projektionsfläche völkischer Vorstellungen“ ausgerichtet. Nun ist der Tagungsband mit 19 Beiträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachbereichen Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte, Archäoastronomie und Epigraphik erschienen. Der Band wurde neben den Beiträgen der Referentinnen und Referenten zusätzlich um weitere Beiträge ergänzt.

Die Externsteine im Teutoburger Wald sind eines der bekanntesten Natur- und Kulturdenkmäler in Westfalen-Lippe. Sie wecken das öffentliche Interesse nicht nur durch ihre natürliche Formation, sondern auch durch ihre von Menschenhand geschaffenen Anlagen – ein offenes Nischengrab, eine Höhenkammer, eine Grottenanlage und nicht zuletzt das monumentale Relief der Kreuzabnahme Christi.

Seit Jahrhunderten wird über Alter und Bedeutung dieser künstlichen Anlagen kontrovers diskutiert. Spekulationen und fantastische Deutungen überlagern dabei mitunter wissenschaftlich fundierte Interpretationen. Der Band bietet erstmals einen umfassenden Überblick über die wechselvolle Nutzungs- und Rezeptionsgeschichte der Externsteine. Ergänzt wird er durch zahlreiche aktuelle und historische, zum Teil noch nie publizierte Abbildungen.
 

Bibliographische Daten:
Die Externsteine. Zwischen wissenschaftlicher Forschung und völkischer Deutung. Beiträge der Tagung am 6. und 7. März 2015 in Detmold. Hg. von Larissa EIKERMANN, Stefanie HAUPT, Roland LINDE und Michael ZELLE. Münster 2018, 608 Seiten, Festeinband, zahlreiche, teils farbige Abbildungen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 31; zugleich: Schriftenreihe des Lippischen Landesmuseums Detmold, Band X; Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, Band 92). Aschendorff, ISBN 978-3-402-15122-8 .
 

Mehr Informationen zum Tagungsband

Mehr Informationen zur Tagung


Neuerscheinung: Städteatlas Gronau

Jetzt erhältlich

Neue Folge 42

Anfang 2018 kann der zehnte Band „Gronau mit Epe“ von Hartmut Klein aus der Reihe „Historischer Atlas westfälischer Städte" (Neue Folge 42) erworben werden.

Gronau, einst mittelalterlicher Verwaltungsmittelpunkt mit Schloss und Herrlichkeit nahe des „Drilands“, ist heute nach großen Umwälzungen eine aktive Stadt in der Euregio in unmittelbarer Grenznähe zu den Niederlanden. Durch die explosionsartige Entwicklung der Textilindustrie im 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte die Stadt eine umfassende Veränderung des Stadtbildes. Nach flächenhafter Stadtkernsanierung, dem Niedergang der Textilindustrie und dem Umbau für die Landesgartenschau kam es noch einmal zu einer radikalen Umgestaltung des städtischen Gefüges.

 

Bibliographische Daten:
Historischer Atlas westfälischer Städte, Band 10: Gronau mit Epe. Bearb. von Hartmut KLEIN, Münster 2018, 36 Seiten und 12 lose Karten in Mappe (25,2 x 35,2 cm), zahlreiche Karten und Abbildungen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 42). Ardey, ISBN 978-3-87023-407-2, Preis: 39,90 EUR.

Weitere Angaben zum Inhalt des Buches finden Sie hier.


Neuerscheinung zur Reformation in Westfalen

Beiträge zur Geschichte der Reformation in Westfalen. Band 1: „Langes“ 15. Jahrhundert, Übergänge und Zäsuren (Neue Folge 35)

Neue Folge 35

Pünktlich zur diesjährigen Herbsttagung „Reformation in Westfalen“ kann die Historische Kommission ihren neuen Band „Beiträge zur Geschichte der Reformation in Westfalen. Band 1: „Langes“ 15. Jahrhundert, Übergänge und Zäsuren (Neue Folge 35)“ präsentieren.

Der Band umfasst die Ergebnisse der letzten Herbsttagung, die in Lippstadt stattfand und sich ebenfalls mit der Geschichte der Reformation in Westfalen beschäftigte. Im Mittelpunkt dieser ersten Tagung standen dabei die Voraussetzungen und Vorbedingungen der Reformation. Die erste Sektion des Tagungsbandes „Krise und Reform“ behandelt die Bursfelder Kongregation, den Streit um das Herforder Fraterhaus und die Blomberger Wallfahrt als Aufgabe der dortigen Augustiner-Chorherren. Unter dem Titel „Übergänge zur Reformation“ behandelt die zweite Sektion den Adel als Kirchenherrn, die reformatorische Kritik an der Volksfrömmigkeit im Spiegel von Kirchenordnungen, das Verhältnis von Humanismus und Buchdruck sowie die von den städtischen Räten erbauten Chöre des 15./16. Jahrhunderts. Die abschließende dritte Sektion „Die Reformation als Zäsur“ vereint Beiträge zur Stadtreformation im Spiegel ihrer frühen Thesenreihen, Rat und Bürgerschaft als Akteure der Stadtreformation, die Einführung der Reformation in der Grafschaft Tecklenburg und das Schulwesen in der konfessionellen Umbruchszeit.
Weitere Informationen und das Programm zur Herbsttagung von 2015 finden Sie hier.


Bibliographische Daten:
Werner FREITAG und Wilfried REININGHAUS: Die Reformation in Westfalen. Band 1: „Langes“ 15. Jahrhundert und Zäsur. Beiträge der Tagung am 30. und 31. Oktober 2015 in Lippstadt. Münster 2017, 352 Seiten, Festeinband, zahlreiche Abbildungen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 35). Aschendorff, ISBN 978-3-402-15126-6.

Weitere Angaben zum Inhalt des Buches finden Sie hier.



II. Doktoranden-Workshop zur Geschichte Westfalens

Tagungsbericht jetzt online!

Knapp 60 Teilnehmer kamen am 16. und 17. März 2017 zum Workshop für Doktoranden in die Bezirksregierung Münster (Saal 1). Die insgesamt zwölf Vorträge behandelten einen Zeitrahmen vom Mittelalter bis in die 1990er-Jahre. Das rege Interesse spiegelten die angeregten Diskussionen wider. Es zeigte sich, dass die westfälische Landesgeschichte auch heute sehr lebendig ist.

Hier geht es zum Tagungsbericht

Das Programm kann hier angesehen werden.

Auf dem Foto von links in der ersten Reihe: Prof. Dr. Werner Freitag (2. Vorsitzender), Sarah Masiak, Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (1. Vorsitzender), Alexandra Kohlhöfer (Organisation), Philipp Mosmann, Ulf Teichmann. Zweite Reihe: Andreas Oberdorf, Frederieke Schnack, Kerstin Schulte, Justus Hillebrand, David Gniffke, Florian Sommer, Lennart Pieper, Friederike Scholten und Sven Solterbeck. (Foto: LWL/Burkhard Beyer)


Handbuch zur jüdischen Geschichte vollendet

Abschließender Band in Dortmund vorgestellt

Nach einer Bearbeitungszeit von mehr als 15 Jahren hat die Historische Kommission für Westfalen eines ihrer größten Projekte abgeschlossen: Das „Historische Handbuchs der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe“ ist vollendet. Nach einem Grundlagenband und zwei Regionalbänden (2008 und 2012) erschien jetzt der abschließende und zugleich umfangreichste Band über die Gemeinden im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg. Auf 860 Seiten werden in 101 Artikeln alle Orte behandelt, in denen sich im Laufe der Jahrhunderte entweder eine Synagoge oder ein jüdischer Friedhof nachweisen lassen.

Über das Werk
Aufgabe des Werkes ist es, die lange Geschichte jüdischen Lebens in Westfalen und Lippe in seiner ganzen Vielfalt zu beschreiben. Zusammengetragen wurden die wenigen Erwähnungen von Juden im Hochmittelalter, dann vor allem Nachrichten über die seit dem 16. Jahrhundert in vielen Orten entstandenen Gemeinden. Juden siedelten überall dort, wo sie von den Landesherren geduldet wurden und wo sie Erwerbsgrundlagen fanden. Deutlich werden die unterschiedlichen Lebensbedingungen in der Stadt und auf dem Land, ebenso die Gegensätze zwischen liberalen und orthodoxen Gemeinden. Breiten Raum nimmt die Beschreibung des 19. Jahrhunderts ein, in dem Juden und Christen in Westfalen zu einem alles in allem friedlichen Miteinander fanden. Viele Juden hatten sich in dieser Zeit vollständig integriert, sogar weitgehend assimiliert. Vor diesem Hintergrund erscheint der nach 1933 folgende Absturz umso erschreckender. Dabei kann und will das „Handbuch der jüdischen Gemeinschaften“ kein Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung sein. Zwar wird für jeden Ort die Zeit der Verfolgung eingehend beschrieben, ein Verzeichnis aller Opfer hätte aber – gerade bei den großen Gemeinden im Ruhrgebiet – den Rahmen gesprengt. Knapp behandelt werden auch die Neuanfänge nach 1945.

Bibliographische Daten:
Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg. Hg. von Frank Göttmann, Redaktion Wilfried Reininghaus, Burkhard Beyer und Rita Schlautmann-Overmeyer. Münster 2016, 860 Seiten, Festeinband (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 12). Ardey-Verlag, ISBN 978-3-87023-284-9, Preis: 79,00 Euro. Bestellungen richten Sie bitte an: Ardey Verlag GmbH, An den Speichern 6, 48157 Münster, Tel. 0251 / 4132-0, info@ardey-verlag.de, www.ardey-verlag.de. Das vierbändige Gesamtwerk mit Schuber kann beim Verlag zu einem günstigeren Preis bezogen werden.

Register erschienen
Pünktlich zur öffentlichen Buchvorstellung konnte das Ortsregister als PDF-Datei zum Download bereit gestellt werden. Siehe dazu:
Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Register der Orte und Territorien. Bearbeitet von Florian STEINFALS. 72 Seiten, Online-Publikation Münster 2016 (Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Band 12). Das Register können Sie hier einsehen und herunterladen.

Am 26. November 2016 wurde der abschließende Band des "Historischen Handbuchs der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe" in Dortmund der Öffentlichkeit präsentiert. Dazu haben die Historische Kommission für Westfalen und die Stadt Dortmund ins Stadtarchiv Dortmund eingeladen. Begrüßt wurden die Gäste von Oberbürgermeister Ullrich Sierau, LWL-Direktor Matthias Löb und Prof. Dr. Werner Freitag. Eine Einführung in das Werk, seine Erkenntnisse und seine aktuelle Bedeutung gaben der Kommissionsvorsitzende Prof. Dr. Wilfried Reininghaus und Bandherausgeber Prof. Dr. Frank Göttmann.

Von links: Ullrich Sierau (Oberbürgermeister Dortmund), Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Erster Vorsitzender Historische Kommission für Westfalen), Prof. Dr. Frank Göttmann (Universität Paderborn, Bandherausgeber), Matthias Löb (LWL-Direktor), Prof. Dr. Werner Freitag (Institut für vergleichende Städtegeschichte). Foto: LWL/Burkhard Beyer.


Neuerscheinung von Heinrich Rüthing

Kommentierte Edition und Übersetzung der Chronik des Klosters Böddeken

Lange erwartet, jetzt lieferbar: Die Chronik des Klosters Böddeken von Johannes Probus, herausgegeben und übersetzt von Heinrich Rüthing. Die Chronik ist erschienen im Verlag für Regionalgeschichte in Gütersloh.

Am 27. Oktober 2016 wurde das Werk im Hörsaal der Theologischen Fakultät Paderborn vorgestellt. Der Direktor des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn, Dr. Andreas Neuwöhner, und der Erste Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen, Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, begrüßten die etwa einhundert Teilnehmer. Anschließend gab Prof. Dr. Heinrich Rüthing eine Einführung in ausgewählte Abschnitte der Chronik. Hierbei unterstützte ihn der Rezitator Markus von Hagen (Münster), der ausgesuchte Passagen der Chronik vortrug und so die Gedanken und Ereignisse aus dem 15. Jahrhundert lebendig werden ließ. Abschließend stand der Autor noch für Fragen und Widmungen zur Verfügung. Ein bemerkenswertes Werk, das tiefe Einblicke in die Lebens- und Gedankenwelt seiner Zeit zulässt, steht damit einer breiten Öffentlichkeit in einer leicht lesbaren und gut verständlichen Ausgabe zur Verfügung.

Zu diesem Werk
„Dieses Buch verdient es, gelesen und erneut gelesen zu werden.“ Als ein unbekannter Böddeker Chorherr im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts die „Chronica monasterii beati Meynulphi in Bodeken“ des Johannes Probus († 1457) abschrieb, stellte er dem Text werbend dieses Motto voran. Die Empfehlung des Kopisten galt in erster Linie seinen Mitbrüdern, sich das regeltreue, harte Leben der Gründerväter wieder zum Vorbild zu nehmen. Doch der Rat, die Chronik mit Eifer zu lesen, gilt auch heute noch, jedenfalls für Historiker. Denn die Chronik Böddekens, das sich im 15. Jahrhundert zu einem der größten und einflussreichsten Konvente in Deutschland entwickelte, gewährt so umfassende und facettenreiche Einblicke in alle äußeren und inneren Geschicke eines westfälischen Klosters, wie sie keine andere Darstellung der Zeit zu bieten vermag. Darüber hinaus findet sich in dem Werk des Johannes Probus viel Neues zur Geschichte des von Fehden, Raub, Brandstiftung und allgemeiner Rechtsunsicherheit geprägten Lebens im Paderborner Land.

Bibliographische Angaben:
Johannes Probus. Cronica monasterii beati Meynulphi in Bodeken. Aufzeichnungen aus dem Kloster Böddeken 1409 bis 1457. Herausgegeben und übersetzt von Heinrich Rüthing (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 36), ISBN 978-3-7395-1036-1, Gebunden. 17x 24 cm. 504 Seiten, 14 farbige Abbildungen und 2 Karten. Preis: 49,00 Euro.  Link zum Flyer des Verlages mit Bestellformular.