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Neues aus der HiKo (152): Blogbeitrag zur NS-„Euthanasie“ in Warstein

10. Juli 2026

Im Juni ist in unserem Wissenschaftsblog „Westfalen-Lippe – historisch“ ein Gastbeitrag von Tjark-Ole Keske, dem Leiter des Stadtarchivs in Schmallenberg, erschienen. Der Beitrag behandelt ein Kapitel der NS-Geschichte, das für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe als institutionellen Nachfolger des Provinzialverbandes von besonderer Relevanz ist.

Für die westfälischen Provinzial-Heilanstalten lassen sich für die Zeit des Nationalsozialismus natürliche Todesursachen bei Patientinnen und Patienten mitunter nicht eindeutig von vorsätzlichen Tötungen unterscheiden. Die Verlegung von Stolpersteinen im Sauerland zeigt aktuell, welche Probleme damit für eine aktive Erinnerungskultur einhergehen können. Am Beispiel der Heilanstalt in Warstein lässt Tjark-Ole Keske die Zahlen sprechen. Sein Beitrag verbindet die quantitative Auswertung von Sterbefällen ab 1926 mit einer Einordnung der Heilanstalt Warstein in die „Dezentrale Euthanasie“ nach 1941. Ein Blick auf die ambivalente Rolle des leitenden Anstaltsarztes Dr. Heinrich Petermann ergänzt die Darstellung um ein individuelles Täter-Porträt.

Tjark-Ole Keske: „Dezentrale Euthanasie“ in Warstein? Die Sterbefälle der Provinzial-Heilanstalt Warstein zwischen 1926 und 1945, abrufbar unter: https://hiko.hypotheses.org/9117

„Westfalen/Lippe – historisch“ ist seit 2021 der Blog der Historischen Kommission für Westfalen. Die mittlerweile über 60 Artikel bieten Einblicke in universitäre Forschungen, museale Ausstellungsprojekte oder die Arbeit der regionalen Geschichtsvereine. Wenn Sie selbst zu einem westfälisch-lippischen Thema schreiben möchten, wenden Sie sich bitte an: Paul-Simon.Ruhmann@lwl.org