Historische Kommission für Westfalen

TAGUNG IN CORVEY/HÖXTER ABGESAGT

Aufgrund der sich ausbreitenden Pandemie muss nun leider auch die Tagung in Corvey/Höxter abgesagt werden. Die Veranstaltung "1200 Jahre Kosmos Corvey. Monastische Kultur, frühe Stadt und europäische Verflechtung" sollte vom 23. bis zum 25. April 2020 stattfinden. Wir bitten um Ihr Verständnis.


BUCHVORSTELLUNG IN DORTMUND ABGESAGT

Nachdem bereits die Buchvorstellung in Horstmar am 10. März aufgrund der derzeitigen Lage ausfallen musste, wurde nun auch die für den 19. März in Dortmund geplante Buchvorstellung abgesagt. Geplant war die Präsentation des Bandes von Wilfried Reininghaus zum Arbeiteraufstand im Ruhrgebiet 1920, der sich mit Fragen der Quellenkritik beschäftigt und ausgewählte zeitgenössische Beiträge als Edition bringt. Zudem sollte auch der Band über die Westfälisch-lippischen Kandidaten der Wahlen in Westfalen-Lippe im Januar 1919, bearb. von Katrin Jaspers und Wilfried Reininghaus, vorgestellt werden. Wir bitten, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.

Beide Bände werden ab dem 20. März im Buchhandel erhältlich sein.

Die bibliographischen Daten der Bände, deren Lektüre hoffentlich über die abgesagte Veranstaltung hinwegtrösten und einen angenehmen Zeitvertreib bieten kann:

Der Arbeiteraufstand im Ruhrgebiet 1920. Quellenkritik und Edition der zeitgenössischen Darstellungen von Carl Brenner, Josef Ernst, Arthur Zickler, Gerhard Colm, Willi Cuno und Siegfried Schulz. Bearbeitet von Wilfried Reininghaus. Münster 2020, 459 Seiten, Festeinband (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 53). Aschendorff ISBN 978-3-402-15138-9.

Westfälisch-lippische Kandidaten der Januarwahlen 1919. Eine biographische Dokumentation. Bearbeitet von Katrin Jaspers und Wilfried Reininghaus. Münster 2020, 272 Seiten, Festeinband (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 52). Aschendorff, ISBN 978-3-402-15136-5.


Drei Buchvorstellungen in vier Wochen

25. Februar in Weslarn, 10. März in Horstmar, 19. März in Dortmund

Das von Renate Prochno-Schinkel bearbeitete Tauf- und Trauregister der evangelischen Kirchengemeinde Weslarn 1654 bis 1716 ist eines der frühesten Kirchenregister in der Soester Börde. Die Einträge zu Eheschließungen, Taufen und Paten erlauben zahlreiche Einblicke in das damalige Leben in der Gemeinde und der Region. Welche Familien verbanden sich durch Heirat und durch die Übernahme von Patenschaften? Was waren die Gründe für solche Allianzen? Welche Familien vermieden Bindungen miteinander? Es war eben nicht „jeder mit jedem“ verwandt. Heiratete man vor allem innerhalb des eigenen Dorfes, oder gab es Zuzug? Wer heiratete nach auswärts? In welchem Alter heiratete man? Wie stand es um die unehelichen Kinder und ihre Mütter; führte eine Schwangerschaft auch zur Eheschließung? Was geschah bei Nottaufen? Welche Vornamen waren in dieser Zeit beliebt, welche wurden nur selten vergeben? Wer bestimmte die Vornamen und ihre Anzahl? Wie wurden Hochzeiten und Taufen gefeiert?
Zur Beantwortung dieser Fragen und zur Vorstellung des Bandes „ Das Tauf- und Trauregister der evangelischen Kirchengemeinde Weslarn 1654 bis 1716“ laden wir am 25. Februar 2020 um 19:00 Uhr ins evangelischen Gemeindehaus in Bad Sassendorf-Weslarn. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen finden Sie hier.

Zur Vorstellung des 13. Bandes des Historischen Atlas westfälischer Städte – Horstmar, bearbeitet von Peter Ilisch, laden wir ein am 10. März 2020 um 18.00 Uhr in den Borchorster Hof. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen finden Sie hier.

Am 19. März laden wir nach Dortmund zur Buchvorstellung „Der Arbeiteraufstand im Ruhrgebiet 1920. Quellenkritik und Edition der zeitgenössischen Darstellungen“ bearbeitet von Wilfried Reininghaus.
Im März 1920 versuchten reaktionäre Militärs und konservative Politiker die junge Weimarer Republik zu beseitigen. Den „Kapp-Lüttwitz-Putsch“ beantworteten die demokratischen Kräfte mit einem bis dahin beispiellosen Generalstreik, der den Umsturzversuch nach fünf Tagen vereitelte. Im Ruhrgebiet kehrte mit dem Ende des Putschversuches aber keine Ruhe ein. Verschiedene Gruppen von Arbeitern hatten sich bewaffnet, ein Teil von Ihnen wollten den Kampf fortsetzen, um ein Rätesystem zu etablieren. Die Folge waren bürgerkriegsähnliche Verhältnisse, die vielerorts von der Reichswehr blutig beendet wurden.
Der vorliegende Band analysiert quellenkritisch 17 zeitgenössische Darstellungen der Ereignisse. Acht Texte, die unmittelbar nach den Auseinandersetzungen entstanden und das ganze politische Spektrum abdecken, werden als Edition wiedergegeben.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Foto: Grabungsfunde, 2019. Bildrechte: Oliver Nickel_bearb

Dritter Workshop zur Geschichte, Überlieferung und Nachwirkung des Stalag 326 (VI K) Senne

4. März 2020 – Schloss Holte-Stukenbrock

Der Workshop ist die dritte Veranstaltung einer Workshop-Reihe, die parallel zur Weiterentwicklung der Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne (Schloß Holte-Stukenbrock) zu einem Bildungs- und Forschungsort von überregionaler und internationaler Bedeutung stattfinden soll. Kooperationspartner bei der Tagungsreihe sind die Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne, die Universitäten Bielefeld und Paderborn, der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Abt. Paderborn) und die Historische Kommission für Westfalen.

Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Eine Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen finden Sie im Tagungsprogramm.


Gesucht: Literatur zu Hexenverfolgungen

In den nächsten Jahren möchte die Historische Kommission ein „Historisches Handbuch der Hexenverfolgungen in Westfalen und Lippe“ erstellen. Darin soll der aktuelle Forschungsstand zur Geschichte der Hexenverfolgungen gebündelt und in Landes- bzw. Ortsartikeln präsentiert werden. Als erster Schritt für dieses Vorhaben wurde im Sommer 2019 eine vorläufige, noch sehr unvollständige Bibliographie freigeschaltet. Sie ist verfügbar unter derm Titel Bibliographie zur Geschichte der Hexenverfolgungen in Westfalen und Lippe.

Sind Ihnen aus Ihrer Region weitere Titel bekannt? Kennen Sie Aufsätze, Brüder oder unscheinbare Broschüren, die sich mit dem Thema beschäftigen? Zumindest die entsprechenden Kapitel in den einschlägigen Büchern zur Stadtgeschichte? Eine fast vergessene Schüler- oder Universitätsarbeit zum Thema? Für Hinweise aller Art sind wir sehr dankbar! Bitte senden Sie Ihre Nachträge an: hiko@lwl.org

Flugblatt mit der Darstellung einer Hexenverbrennung in Derenburg, 1555, (Bild: Public Domain, Wikimedia)

Der charakteristische Porta-Sandstein am Sockel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals (Foto: LWL/B. Beyer)

Sandstein-Workshop am 28.09.2019

Schwerpunktthema: "Porta-Sandstein"

Bereits zum sechsten Mal lud die Historische Kommission zum Sandstein-Workshop ein. Schwerpunktthema der Tagung am 28. September 2019 war der "Porta-Sandstein", der in den Hängen des Wiehengebirges rechts und links des Weserdurchbruchs (der "Porta Westfalica") vorkommt und über Jahrhunderte gewonnen wurde. Zahlreiche Gebäude insbesondere im Mindener Land wurden daraus gebaut, der Dom zu MInden und viele Festungsbauten zeigen bis heute seine markante Musterung.

Die Vorträge des Workshops fanden im LWL-Preußenmuseum in Minden statt, nachmittags folgte eine Exkursion zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal und zu den ehemaligen Abbauflächen in Porta Westfalica. Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Tagungsprogramm.


Blick vom Kapellenberg auf Büren (Foto: LWL/B. Beyer)

Herbsttagung in Büren

Thema: Kleinstädte in Westfalen um 1900

Am 4. und 5. Oktober 2019 fand in Büren die Herbsttagung der Historischen Kommission statt. Im MIttelpunkt der Tagung standen die Kleinstädte in Westfalen um 1900, Kooperationspartner war das Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster.

Das dichte Netz an Kleinstädten gehört zu den westfälischen Eigentümlichkeiten. Die Tagung hat ausgewählte Kleinstädte vorgestellt und deren Vielfalt aufgezeigt. Vollzog sich der urbane Wandel hier ähnlich wie in den Großstädten, nur eben „bescheidener“ und später? Oder gab es spezifisch kleinstädtische Lösungen und urbane Kulturen? Die Tagung knüpfte an die aktuelle Kleinstadtforschung, aber auch an die Ergebnisse des „Historischen Atlas westfälischer Städte“ an.

Nach einführenden Beiträgen wurden in der ersten Sektion Orte behandelt, für die das späte Kaiserreich eine Zeit des Wachstums, der Funktionsgewinne und der Zunahme von Urbanität war. Allerdings gab es auch Städte, die nur wenig oder gar nicht wuchsen – Beispielen dafür wurden in der zweiten Sektion nachgegangen. In der dritten Sektion wurden die Versuche westfälischer Titularstädte thematisiert, sich von der preußischen Landgemeindeordnung von 1856 zu lösen und volle Stadtrechte zu erlangen.

Tagungsort war die Niedermühle in Büren. Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Tagungsprogramm.


Erster Workshop zum Stalag 326 in Stukenbrock

2. Juli 2019: Sowjetische Kriegsgefangene in archivalischer Überlieferung

Der Workshop ist Auftakt einer Workshop-Reihe, die parallel zur Weiterentwicklung der Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne (Schloß Holte-Stukenbrock) zu einem Bildungs- und Forschungsort von überregionaler und internationaler Bedeutung stattfinden soll. Kooperationspartner bei der Tagungsreihe sind die Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne, die Universitäten Bielefeld und Paderborn, der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Abt. Paderborn) und die Historische Kommission für Westfalen.

Da sowjetische Kriegsgefangene in fast allen Bereichen der NS-Wirtschaft eingesetzt wurden, finden sich ihre Spuren in zahlreichen Quellen in den unterschiedlichsten Archiven. Der Workshop dient zur Vernetzung der Archive mit den Forschungsinitiativen, um den Kosmos des Lagersystems und Lebenswege sowjetischer Kriegsgefangener besser verstehen zu können.

Das Tagungsprogramm steht zum Download bereit.


LWL-Preis für Westfälische Landeskunde 2019

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe vergibt jährlich einen Preis für westfälische Landeskunde. Der LWL-Kulturausschuss hat auf Vorschlag des Rates für westfälische Landeskunde den diesjährigen Preis Herrn Dr. Christof Spannhoff aus Lienen zuerkannt. Die Preisverleihung fand am 5. Juni 2019 im Kulturspeicher Dörenthe statt.


Buchvorstellung Versmold

Versmold – jahrhundertelang im Grenzgebiet zwischen drei Territorien gelegen – war im Mittelalter eine wenig beachtete Ortschaft, die 1719 zur preußischen Akzisestadt erhoben wurde. Durch den Zuzug der Familie Delius im 18. Jahrhundert erlebte der Ort einen überproportionalen Aufschwung in der Textilindustrie und der Landwirtschaft. Die verbesserten äußeren Bedingungen und der Niedergang der Textilindustrie ermöglichten einen Umschwung zur fleischverarbeitenden Industrie, die bis heute – unterstützt vom ansässigen Speditionswesen – die wirtschaftliche Grundlage der Stadt bildet.

Der neue Band des "Historischen Atlas westfälischer Städte" beschreibt die Kleinstadt Vermold eingehend und mit allen Besonderheiten. Der neue Band wurde am 15. Mai 2019 im Rathaus von Versmold der Öffentlichkeit vorgestellt.


100 Jahre Novemberrevolution

10. Mai 2019 – Bottrop, Kulturzentrum August Everding

Vor hundert Jahren geriet die traditionelle Ordnung in Deutschland völlig aus den Fugen. Das deutsche Heer war geschlagen und verlangte den Friedensschluss, die Matrosen verweigerten den sinnlosen Kampf, der Kaiser dankte ab, die deutschen Fürsten und Könige folgten seinem Beispiel, die Republik wurde ausgerufen, das allgemeine Wahlrecht eingeführt (auch für Frauen), eine Verfassung wurde erarbeitet, es wurde gewählt, es wurde gestreikt – und nicht selten eskalierte der Streit über die künftige Richtung des Landes in blutigen Kämpfen.

Heute, hundert Jahre später, kann kein Zeitzeuge mehr davon erzählen, aber die zeitgenössischen Berichte geben noch immer eine Ahnung davon, wie aufgewühlt die Zeit war, als nach der militärischen Niederlage auch die zivile Ordnung auf den Kopf gestellt wurde. Was für die einen eine unerträgliche Schmach war, empfanden andere als Aufbruch, als Chance für einen Neuanfang.


Dritter Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden zur Geschichte Westfalens

28. und 29. März 2019 – Münster, Räume der Bezirksregierung

Am 28. und 29. März 2019 veranstaltet die Historische Kommission für Westfalen zum dritten Mal den Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden zur Geschichte Westfalens. Der Workshop richtet sich nicht nur an Studierende des Faches Geschichte, auch Forscher aus verwandten Disziplinen wie Kunstgeschichte, Kirchengeschichte und Volkskunde aber auch Rechtsgeschichte, Musikwissenschaft oder Architektur sollen angesprochen werden.

Im Rahmen des Workshops erhalten zwölf Doktorandinnen und Doktoranden die Gelegenheit, ihre Projekte zu verschiedensten Epochen und Themenfeldern zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Da landesgeschichtliche Themen an vielen Universitäten eher zu den randständigen Forschungsfeldern gehören, ist der überuniversitäre Erfahrungsaustausch für Nachwuchsforscher umso wichtiger.

Die Vernetzung von Forschungsprojekten zur westfälischen Geschichte gehört – neben der Herausgabe grundlegender Werke zur Landesgeschichte und der Ausrichtung von Tagungen – zu den zentralen Aufgaben der Historischen Kommission für Westfalen. Dieses Netzwerk soll nicht nur bereits etablierten Forschern zur Verfügung stehen. Ausdrücklich sollen auch Nachwuchskräfte angesprochen und ihnen die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch geboten werden. Hierfür wurde das „Doktorandennetzwerk“ der Historischen Kommission eingerichtet. Mit dem Doktorandennetzwerk und den Workshops für Doktoranden möchte die Kommission den Kontakt zu Nachwuchswissenschaftlern herstellen und auf ihre landesgeschichtliche Arbeit aufmerksam machen.