Historische Kommission für Westfalen

Gesucht: Literatur zu Hexenverfolgungen

In den nächsten Jahren möchte die Historische Kommission ein „Historisches Handbuch der Hexenverfolgungen in Westfalen und Lippe“ erstellen. Darin soll der aktuelle Forschungsstand zur Geschichte der Hexenverfolgungen gebündelt und in Landes- bzw. Ortsartikeln präsentiert werden. Als erster Schritt für dieses Vorhaben wurde im Sommer 2019 eine vorläufige, noch sehr unvollständige Bibliographie freigeschaltet. Sie ist verfügbar unter derm Titel Bibliographie zur Geschichte der Hexenverfolgungen in Westfalen und Lippe.

Sind Ihnen aus Ihrer Region weitere Titel bekannt? Kennen Sie Aufsätze, Brüder oder unscheinbare Broschüren, die sich mit dem Thema beschäftigen? Zumindest die entsprechenden Kapitel in den einschlägigen Büchern zur Stadtgeschichte? Eine fast vergessene Schüler- oder Universitätsarbeit zum Thema? Für Hinweise aller Art sind wir sehr dankbar! Bitte senden Sie Ihre Nachträge an: hiko@lwl.org

Flugblatt mit der Darstellung einer Hexenverbrennung in Derenburg, 1555, (Bild: Public Domain, Wikimedia)

Der charakteristische Porta-Sandstein am Sockel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals (Foto: LWL/B. Beyer)

Einladung zum Sandstein-Workshop am 28.09.2019

Schwerpunktthema: "Porta-Sandstein"

Bereits zum sechsten Mal lädt die Historische Kommission zum Sandstein-Workshop ein. Schwerpunktthema der Tagung am 28. September 2019 ist der "Porta-Sandstein", der in den Hängen des Wiehengebirges rechts und links des Weserdurchbruchs (der "Porta Westfalica") vorkommt und über Jahrhunderte gewonnen wurde. Zahlreiche Gebäude insbesondere im Mindener Land wurden daraus gebaut, der Dom zu MInden und viele Festungsbauten zeigen bis heute seine markante Musterung.

Die Vorträge des Workshops finden im LWL-Preußenmuseum in Minden statt, nachmittags folgt eine Exkursion zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal und zu den ehemaligen Abbauflächen in Porta Westfalica. Eine formlose Anmeldung ist erbeten bis zum 24. September 2019 an: hiko@lwl.org.

Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Tagungsprogramm.


Blick vom Kapellenberg auf Büren (Foto: LWL/B. Beyer)

Einladung zur Herbsttagung in Büren

Thema: Kleinstädte in Westfalen um 1900

Die Historische Kommission lädt ein zur Herbsttagung am 4. und 5. Oktober 2019 in Büren. Im MIttelpunkt der Tagung stehen die Kleinstädte in Westfalen um 1900, Kooperationspartner ist das Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster.

Das dichte Netz an Kleinstädten gehört zu den westfälischen Eigentümlichkeiten. Die Tagung will ausgewählte Kleinstädte vorstellen und deren Vielfalt aufzeigen. Vollzog sich der urbane Wandel hier ähnlich wie in den Großstädten, nur eben „bescheidener“ und später? Oder gab es spezifisch kleinstädtische Lösungen und urbane Kulturen? Die Tagung knüpft an die aktuelle Kleinstadtforschung, aber auch an die Ergebnisse des „Historischen Atlas westfälischer Städte“ an.

Nach einführenden Beiträgen werden in der ersten Sektion Orte behandelt, für die das späte Kaiserreich eine Zeit des Wachstums, der Funktionsgewinne und der Zunahme von Urbanität war. Allerdings gab es auch Städte, die nur wenig oder gar nicht wuchsen – Beispielen dafür wird in der zweiten Sektion nachgegangen. In der dritten Sektion werden die Versuche westfälischer Titularstädte thematisiert, sich von der preußischen Landgemeindeordnung von 1856 zu lösen und volle Stadtrechte zu erlangen.

Die Vorträge der Tagung finden statt in der Niedermühle in Büren (Bahnhofstraße 20, 33142 Büren). Der Tagungsraum im Dachgeschoss ist barrierefrei zu erreichen. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 30. September 2019 formlos per Mail an: hiko@lwl.org. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.

Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Tagungsprogramm.


Erster Workshop zum Stalag 326 in Stukenbrock

2. Juli 2019: Sowjetische Kriegsgefangene in archivalischer Überlieferung

Der Workshop ist Auftakt einer Workshop-Reihe, die parallel zur Weiterentwicklung der Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne (Schloß Holte-Stukenbrock) zu einem Bildungs- und Forschungsort von überregionaler und internationaler Bedeutung stattfinden soll. Kooperationspartner bei der Tagungsreihe sind die Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne, die Universitäten Bielefeld und Paderborn, der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Abt. Paderborn) und die Historische Kommission für Westfalen.

Da sowjetische Kriegsgefangene in fast allen Bereichen der NS-Wirtschaft eingesetzt wurden, finden sich ihre Spuren in zahlreichen Quellen in den unterschiedlichsten Archiven. Der Workshop dient zur Vernetzung der Archive mit den Forschungsinitiativen, um den Kosmos des Lagersystems und Lebenswege sowjetischer Kriegsgefangener besser verstehen zu können.

Das Tagungsprogramm steht zum Download bereit.


LWL-Preis für Westfälische Landeskunde 2019

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe vergibt jährlich einen Preis für westfälische Landeskunde. Der LWL-Kulturausschuss hat auf Vorschlag des Rates für westfälische Landeskunde den diesjährigen Preis Herrn Dr. Christof Spannhoff aus Lienen zuerkannt. Die Preisverleihung fand am 5. Juni 2019 im Kulturspeicher Dörenthe statt.


Buchvorstellung Versmold

Versmold – jahrhundertelang im Grenzgebiet zwischen drei Territorien gelegen – war im Mittelalter eine wenig beachtete Ortschaft, die 1719 zur preußischen Akzisestadt erhoben wurde. Durch den Zuzug der Familie Delius im 18. Jahrhundert erlebte der Ort einen überproportionalen Aufschwung in der Textilindustrie und der Landwirtschaft. Die verbesserten äußeren Bedingungen und der Niedergang der Textilindustrie ermöglichten einen Umschwung zur fleischverarbeitenden Industrie, die bis heute – unterstützt vom ansässigen Speditionswesen – die wirtschaftliche Grundlage der Stadt bildet.

Der neue Band des "Historischen Atlas westfälischer Städte" beschreibt die Kleinstadt Vermold eingehend und mit allen Besonderheiten. Der neue Band wurde am 15. Mai 2019 im Rathaus von Versmold der Öffentlichkeit vorgestellt.


100 Jahre Novemberrevolution

10. Mai 2019 – Bottrop, Kulturzentrum August Everding

Vor hundert Jahren geriet die traditionelle Ordnung in Deutschland völlig aus den Fugen. Das deutsche Heer war geschlagen und verlangte den Friedensschluss, die Matrosen verweigerten den sinnlosen Kampf, der Kaiser dankte ab, die deutschen Fürsten und Könige folgten seinem Beispiel, die Republik wurde ausgerufen, das allgemeine Wahlrecht eingeführt (auch für Frauen), eine Verfassung wurde erarbeitet, es wurde gewählt, es wurde gestreikt – und nicht selten eskalierte der Streit über die künftige Richtung des Landes in blutigen Kämpfen.

Heute, hundert Jahre später, kann kein Zeitzeuge mehr davon erzählen, aber die zeitgenössischen Berichte geben noch immer eine Ahnung davon, wie aufgewühlt die Zeit war, als nach der militärischen Niederlage auch die zivile Ordnung auf den Kopf gestellt wurde. Was für die einen eine unerträgliche Schmach war, empfanden andere als Aufbruch, als Chance für einen Neuanfang.


Dritter Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden zur Geschichte Westfalens

28. und 29. März 2019 – Münster, Räume der Bezirksregierung

Am 28. und 29. März 2019 veranstaltet die Historische Kommission für Westfalen zum dritten Mal den Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden zur Geschichte Westfalens. Der Workshop richtet sich nicht nur an Studierende des Faches Geschichte, auch Forscher aus verwandten Disziplinen wie Kunstgeschichte, Kirchengeschichte und Volkskunde aber auch Rechtsgeschichte, Musikwissenschaft oder Architektur sollen angesprochen werden.

Im Rahmen des Workshops erhalten zwölf Doktorandinnen und Doktoranden die Gelegenheit, ihre Projekte zu verschiedensten Epochen und Themenfeldern zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Da landesgeschichtliche Themen an vielen Universitäten eher zu den randständigen Forschungsfeldern gehören, ist der überuniversitäre Erfahrungsaustausch für Nachwuchsforscher umso wichtiger.

Die Vernetzung von Forschungsprojekten zur westfälischen Geschichte gehört – neben der Herausgabe grundlegender Werke zur Landesgeschichte und der Ausrichtung von Tagungen – zu den zentralen Aufgaben der Historischen Kommission für Westfalen. Dieses Netzwerk soll nicht nur bereits etablierten Forschern zur Verfügung stehen. Ausdrücklich sollen auch Nachwuchskräfte angesprochen und ihnen die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch geboten werden. Hierfür wurde das „Doktorandennetzwerk“ der Historischen Kommission eingerichtet. Mit dem Doktorandennetzwerk und den Workshops für Doktoranden möchte die Kommission den Kontakt zu Nachwuchswissenschaftlern herstellen und auf ihre landesgeschichtliche Arbeit aufmerksam machen.


Buchvorstellung: Westfälische Wirtschaftsgeschichte

Mittwoch 13. Februar 2019, Großer Saal der IHK zu Dortmund

Dieses Werk wird Maßstäbe setzen. Auf 1536 Seiten beschreibt Wilfried Reininghaus ausführlich die Geschichte der Wirtschaft in Westfalen von der Zeit Karls des Großen bis zum Vorabend der Industriellen Revolution um 1800. In drei Bänden werden die Landwirtschaft, die Bodenschätze, das produzierende Gewerbe und der Dienstleistungssektor eingehend dargestellt. Dabei ist Reininghaus eine fundierte, aber gleichzeitig auch unterhaltsame Darstellung geglückt, so dass ein sehr lesenswertes Handbuch entstanden ist. Über die Bedeutung der Ziegen für die Landwirtschaft kann man sich hier ebenso informieren wie über die Auswirkungen der preußischen Wirtschaftsförderung auf den Bergbau im Sauerland.


Novemberrevolution 1918

8. und 9. November 2018

„Aufbruch in die Demokratie“ – unter diesem Motto stand am 8. und 9. November 2018 die Tagung zum 100. Jahrestag der Revolution im Rheinland und in Westfalen im Düsseldorfer Landtag. Veranstalter waren der Landtag NRW, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, die Historische Kommission für Westfalen und die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde.

Die Tagung im Düsseldorfer Landtag am 8./9. November 2018 beschäftigte sich eingehend mit den Ereignissen in den verschiedenen Regionen des Landes, Fallstudien führten in die lokalen und regionalen Besonderheiten der Revolutionsmonate ein. Untersucht wurden das Ruhrgebiet mit Essen und Dortmund, die rheinischen Städte Düsseldorf und Köln mit seinem Oberbürgermeister Adenauer, außerdem das Bergische Land und das Sauerland. Zugleich setzte die Tagung die Ereignisse zwischen Rhein und Weser aber auch in Beziehung zu den politischen Wendejahren in Europa und Deutschland zwischen 1919 und 1923. Detailliert untersucht wurden die Rolle des Militärs bei Kriegsende und in der Revolution sowie die Zeit der alliierten Besetzung des Rheinlands. Die Wahl zur Nationalversammlung und die Preußenwahl politisierten die Bevölkerung, neue Methoden des Wahlkampfs wurden eingeführt. Eine besondere Rolle kam im Wahlkampf den Frauen zu, die erstmals an die Wahlurnen gehen konnten. Die Kulturpolitik von SPD und USPD führte zu einer „Los von Berlin“-Bewegung. Schließlich wurde auch dem Aufstieg des Antisemitismus durch das Revolutionsgeschehen nachgegangen.