Historische Kommission für Westfalen

Einladung zum Workshop: Sowjetische Kriegsgefangene in archivalischer Überlieferung

2. Juli 2019 – Veranstaltungsraum des Landesarchivs NRW, Abteilung Ostwestfalen, Detmold

Am 10. Juli 1941, also schon kurz nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion, trafen die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen in der Senne ein. Für die Verwahrung und Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen wurden bewusst völkerrechtliche Bestimmungen ausgehebelt. So fanden die Kriegsgefangenen auch im Stalag 326 (VI K) Senne in den ersten Monaten nur eine umzäunte Fläche mit vereinzelten Baracken für die Wachmannschaft vor. Auch wenn für den Transport der sowjetischen Kriegsgefangenen in zwölf "Russenlager" im Reichsgebiet schon die Ausnutzung der Arbeitskraft eine gewisse Rolle gespielt hat, so nahm die Wehrmacht doch Krankheit, Auszehrung und Tod in Kauf.


Das Lager in der Senne diente vor allem als Rekrutierungs- und Durchgangslager für mehr als 300.000 sowjetische Kriegsgefangene. Die Funktion des Lagers für den gesamten Wehrkreis VI (in etwa die Ausdehnung vom heutigen Bundesland NRW) lässt sich einerseits nur im Verbund mit anderen Stammlagern (Stalag), vor allem in Hemer und Dortmund, begreifen. Es entstand ein flächendeckendes Netz aus Arbeitskommandos in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW). Die sowjetischen Kriegsgefangenen waren spätestens ab Herbst 1942 in den meisten Arbeits- und Lebensbereichen der NS-Gesellschaft vertreten. Dabei spielte der Widerspruch zwischen ideologischen und ökonomischen Erwägungen immer eine wichtige Rolle. So wurden sowjetische Kriegsgefangene auch zahlreich Opfer von Diskriminierungen, Aussonderungen und KZ-Überweisungen. Exemplarisch steht das Stalag 326 (VI K) Senne aus Verwahren, Verhungern-lassen und Ausbeuten dieser zweitgrößten Opfergruppe. Gleichzeitig fügt sich das Lager ein in eine existierenden Strukturen von Lagern und Haftstätten, für die unterschiedliche NS-Institutionen Verantwortung trugen.

Dadurch, dass die sowjetischen Kriegsgefangenen in fast allen Bereichen der NS-Gesellschaft ankamen, finden sich ihre Spuren und Verweise in zahlreichen Quellen und den unterschiedlichsten Archiven. Der Workshop dient zur Vernetzung von Archiven und Forschungsinitiativen, um den Kosmos des Lagersystems und Lebenswege sowjetischer Kriegsgefangener besser zu verstehen.

Der Workshop ist Auftakt einer Workshop-Reihe, die parallel zur Weiterentwicklung der Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne zu einem Bildungs- und Forschungsort von überregionaler und internationaler Bedeutung.

Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 25. Juni 2019 per Mail an: hiko@lwl.org

Der Einladungsflyer steht hier als PDF zum Download bereit.


LWL-Preis für Westfälische Landeskunde 2019

5. Juni 2019 – Kulturspeicher Dörenthe

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vergibt jährlich einen Preis für westfälische Landeskunde. Der LWL-Kulturausschuss hat auf Vorschlag des Rates für westfälische Landeskunde

Herrn Dr. Christof Spannhoff

den diesjährigen LWL-Preis für westfälische Landeskunde zuerkannt.


Buchvorstellung Versmold

15. Mai 2019 – Rathaus Versmold

Versmold – Jahrhunderte im Grenzgebiet zwischen drei Territorien gelegen – war im Mittelalter eine wenig beachtete Ortschaft, die 1719 zur Akzisestadt erhoben wurde. Durch den Zuzug der Familie Delius im 18. Jahrhundert erlebte der Ort einen überproportionalen Aufschwung in der Textilindustrie und der Landwirtschaft. Die verbesserten äußeren Bedingungen und der Niedergang der Textilindustrie ermöglichten einen Umschwung zur fleischverarbeitenden Industrie, die bis heute – unterstützt vom ansässigen Speditionswesen – die wirtschaftliche Grundlage der Stadt bildet.

Am 15. Mai 2019 um 18:00 Uhr laden die Historische Kommission für Westfalen, das Institut für vergleichende Städtegeschichte und die Stadt Versmold ein zur Vorstellung des Bandes:

Historischer Atlas westfälischer Städte – Versmold

Nach der Buchvorstellung lädt die Stadt Vermold zu einem kleinen Imbiss ein. Es besteht die Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor und zum Erwerb des Bandes. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Einladungsflyer steht hier als PDF-Datei zum Download bereit


100 Jahre Novemberrevolution

10. Mai 2019 – Bottrop, Kulturzentrum August Everding

Vor hundert Jahren geriet die traditionelle Ordnung in Deutschland völlig aus den Fugen. Das deutsche Heer war geschlagen und verlangte den Friedensschluss, die Matrosen verweigerten den sinnlosen Kampf, der Kaiser dankte ab, die deutschen Fürsten und Könige folgten seinem Beispiel, die Republik wurde ausgerufen, das allgemeine Wahlrecht eingeführt (auch für Frauen), eine Verfassung wurde erarbeitet, es wurde gewählt, es wurde gestreikt – und nicht selten eskalierte der Streit über die künftige Richtung des Landes in blutigen Kämpfen.

Heute, hundert Jahre später, kann kein Zeitzeuge mehr davon erzählen, aber die zeitgenössischen Berichte geben noch immer eine Ahnung davon, wie aufgewühlt die Zeit war, als nach der militärischen Niederlage auch die zivile Ordnung auf den Kopf gestellt wurde. Was für die einen eine unerträgliche Schmach war, empfanden andere als Aufbruch, als Chance für einen Neuanfang.

In drei Vorträgen wird anhand von drei Beispielen die Bandbreite der Ereignisse angedeutet. Zugleich versucht die Veranstaltung, eine Bilanz der Forschung zu ziehen.  Die Beispiele gehen über das Ruhrgebiet hinaus, beziehen auch das ländliche Lippe und das Wirtschaftszentrum im heutigen Wuppertal ein. Nach den Vorträgen stehen alle Referenten auch zur Diskussion zur Verfügung.

Der Einladungsflyer steht hier als PDF-Datei zum Download bereit


Dritter Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden zur Geschichte Westfalens

28. und 29. März 2019 – Münster, Räume der Bezirksregierung

Am 28. und 29. März 2019 veranstaltet die Historische Kommission für Westfalen zum dritten Mal den Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden zur Geschichte Westfalens. Der Workshop richtet sich nicht nur an Studierende des Faches Geschichte, auch Forscher aus verwandten Disziplinen wie Kunstgeschichte, Kirchengeschichte und Volkskunde aber auch Rechtsgeschichte, Musikwissenschaft oder Architektur sollen angesprochen werden.

Im Rahmen des Workshops erhalten zwölf Doktorandinnen und Doktoranden die Gelegenheit, ihre Projekte zu verschiedensten Epochen und Themenfeldern zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Da landesgeschichtliche Themen an vielen Universitäten eher zu den randständigen Forschungsfeldern gehören, ist der überuniversitäre Erfahrungsaustausch für Nachwuchsforscher umso wichtiger.

Die Vernetzung von Forschungsprojekten zur westfälischen Geschichte gehört – neben der Herausgabe grundlegender Werke zur Landesgeschichte und der Ausrichtung von Tagungen – zu den zentralen Aufgaben der Historischen Kommission für Westfalen. Dieses Netzwerk soll nicht nur bereits etablierten Forschern zur Verfügung stehen. Ausdrücklich sollen auch Nachwuchskräfte angesprochen und ihnen die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch geboten werden. Hierfür wurde das „Doktorandennetzwerk“ der Historischen Kommission eingerichtet. Mit dem Doktorandennetzwerk und den Workshops für Doktoranden möchte die Kommission den Kontakt zu Nachwuchswissenschaftlern herstellen und auf ihre landesgeschichtliche Arbeit aufmerksam machen.

Der dritte Doktoranden-Workshop zur Geschichte Westfalens findet statt am 28. März 2019 im Saal I der Bezirksregierung (Domplatz 1–3) und am 29. März 2019 im Freiherr-vom-Stein Saal der Bezirksregierung (Domplatz 36) in Münster. Die Veranstaltung ist öffentlich, zur Teilnahme an der Diskussion sind alle interessierten Forscherinnen und Forscher herzlich willkommen. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 25. März 2019 formlos per Mail an Katrin.Jaspers@lwl.org. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Anmeldebestätigung. Getränke und Mittagessen sind für angemeldete Gäste kostenfrei, eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben.

Der Einladungsflyer steht hier als PDF-Datei zum Download bereit


Buchvorstellung: Westfälische Wirtschaftsgeschichte

Mittwoch 13. Februar 2019, Großer Saal der IHK zu Dortmund

Dieses Werk wird Maßstäbe setzen. Auf 1536 Seiten beschreibt Wilfried Reininghaus ausführlich die Geschichte der Wirtschaft in Westfalen von der Zeit Karls des Großen bis zum Vorabend der Industriellen Revolution um 1800. In drei Bänden werden die Landwirtschaft, die Bodenschätze, das produzierende Gewerbe und der Dienstleistungssektor eingehend dargestellt. Dabei ist Reininghaus eine fundierte, aber gleichzeitig auch unterhaltsame Darstellung geglückt, so dass ein sehr lesenswertes Handbuch entstanden ist. Über die Bedeutung der Ziegen für die Landwirtschaft kann man sich hier ebenso informieren wie über die Auswirkungen der preußischen Wirtschaftsförderung auf den Bergbau im Sauerland.

Am 13. Februar 2019 wird das Werk um 18 Uhr im großen Saal der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (Märkische Straße 120, 44141 Dortmund) der Öffentlichkeit vorgestellt. Begrüßt werden die Teilnehmer von Joachim Punge, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte, und Mechthild Black-Veldtrup, der ersten Vorsitzenden der Historischen Kommission für Westfalen. Ulrich Pfister, Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wird ausführlich in den Band einführen, bevor der Autor sich den Fragen der Moderatoren stellt. Anschließend laden die Veranstalter zu Gesprächen mit einem Umtrunk ein.

Anmeldungen sind bis zum 8. Februar 2019 erbeten, entweder formlos per Mail an hiko@lwl.org oder im Kontaktformular unter: https://events.dortmund.ihk24.de/gwwg

Der Einladungsflyer steht hier auch als PDF-Datei zum Download bereit.


Novemberrevolution 1918

8. und 9. November 2018

„Aufbruch in die Demokratie“ – unter diesem Motto stand am 8. und 9. November 2018 die Tagung zum 100. Jahrestag der Revolution im Rheinland und in Westfalen im Düsseldorfer Landtag. Veranstalter waren der Landtag NRW, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, die Historische Kommission für Westfalen und die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde.

Die Tagung im Düsseldorfer Landtag am 8./9. November 2018 beschäftigte sich eingehend mit den Ereignissen in den verschiedenen Regionen des Landes, Fallstudien führten in die lokalen und regionalen Besonderheiten der Revolutionsmonate ein. Untersucht wurden das Ruhrgebiet mit Essen und Dortmund, die rheinischen Städte Düsseldorf und Köln mit seinem Oberbürgermeister Adenauer, außerdem das Bergische Land und das Sauerland. Zugleich setzte die Tagung die Ereignisse zwischen Rhein und Weser aber auch in Beziehung zu den politischen Wendejahren in Europa und Deutschland zwischen 1919 und 1923. Detailliert untersucht wurden die Rolle des Militärs bei Kriegsende und in der Revolution sowie die Zeit der alliierten Besetzung des Rheinlands. Die Wahl zur Nationalversammlung und die Preußenwahl politisierten die Bevölkerung, neue Methoden des Wahlkampfs wurden eingeführt. Eine besondere Rolle kam im Wahlkampf den Frauen zu, die erstmals an die Wahlurnen gehen konnten. Die Kulturpolitik von SPD und USPD führte zu einer „Los von Berlin“-Bewegung. Schließlich wurde auch dem Aufstieg des Antisemitismus durch das Revolutionsgeschehen nachgegangen.