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NF 77: Ein westfälischer Jude in der preußischen Armee

Ein westfälischer Jude in der preußischen Armee. Isaac Löwenstein aus Rietberg-Neuenkirchen und sein Tagebuch 1821–1823. Herausgegeben von Manfred Beine, Marion Kant und Ralf Othengrafen, Bielefeld 2021, 440 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Stammtafeln in Kartentasche (Veröffentlichungen aus dem Kreisarchiv Gütersloh, 16; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 77). Verlag für Regionalgeschichte, ISBN 978-3-7395-1246-4, Preis 29,00 EUR.

Isaac Löwenstein (* 1796 in Neuenkirchen) wurde im Oktober 1820 zum Militärdienst in der preußischen Armee einberufen. Im März 1821 wanderte er mit anderen Rekruten 23 Tage von Bielefeld zum 39. Infanterieregiment nach Luxemburg. In seinem Tagebuch beschreibt er diesen Fußmarsch, seine Dienstzeit im preussischen Heer und die Rückreise nach Hause im Oktober 1823. Das von Nachfahren an das Leo Baeck Institut (New York) übergebene Dokument ist das faszinierende Zeugnis eines jungen jüdischen Mannes, der eine für ihn neue Welt entdeckt. Voller Neugier beschreibt er Land und Leute und den Alltag in der preußischen Armee. Das Tagebuch führt aber auch immer wieder zurück in seine Heimat: zu seiner Familie und zur jüdischen Gemeinde in Neuenkirchen. Marion Kant bindet Löwensteins Tagebuch und seine späteren Notizbücher in die zeitgenössischen Entwicklungen und Diskussionen ein. Es geht um die Entfaltung der Persönlichkeit eines jungen Mannes und es geht um deutsch-jüdische Identitäten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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