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Neues aus der HiKo (082): Neuerscheinung zur Kommissionsgeschichte

Die Historische Kommission für Westfalen ist in diesem Jahr 125 Jahre alt geworden. 1896 wurde sie zunächst als Unterabteilung des „Vereins für Geschichte und Alterthumskunde“ in Münster etabliert, einige Jahre später als Verein eingetragen, schließlich als Abteilung in den preußischen Provinzialverband eingegliedert. Vereinnahmungsversuche und Behauptungsbemühungen prägten viele Jahrzehnte der Kommissionsgeschichte. Die Historische Kommission beschäftigt sich also nicht nur mit Geschichte – sie ist selbst längst Teil davon.

Wilfried Reininghaus, von 2003 bis 2018 Erster Vorsitzender der Kommission, hat sich intensiv mit der Geschichte der Kommission beschäftigt. Rechtzeitig zur Jubiläumstagung Anfang Oktober ist seine umfassende Darstellung der Kommissiongeschichte fertig geworden und jetzt im Buchhandel erhältlich. Der Autor beschreibt die einzelnen Epochen der Kommissionsgeschichte und versucht, die für die jeweilige Zeit prägenden Personen und ihre Netzwerke nachzuzeichnen.

Im Laufe von 125 Jahren erweiterten die Kommission und ihre heute ehrenamtlich tätigen Mitglieder das Arbeitsprogramm stetig. Zunächst stand die Fortführung des Westfälischen Urkundenbuchs im Mittelpunkt, Quellenverzeichnisse und Editionen kamen bald hinzu. Schrittweise wurden auch Darstellungen in die Schriftenreihen aufgenommen, hinzu kam dieOrganisation von Fachtagungen. Entstanden sind im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche für die Geschichte Westfalens wichtige Grundlagenwerke – darunter Urkunden-, Siegel- und Wappenbücher, das Soester Nequambuch, Quellen zur Geschichte von Corvey und zur Familia Sacra, Editionen von Schatzungsregistern und Lehnsbüchern, die Westfälischen Lebensbilder, das Westfälische Klosterbuch, das Historische Handbuch der jüdischen Gemeinschaften, zudem Tagungsbände wie etwa zur Reformation in Westfalen. Für alle Kommissionsprojekte führt das Buch in den jeweiligen Kontext ein und skizziert damit das Bild einer regionalen Wissenschaftsgeschichte. Als Besonderheit wird nicht nur auf die gelungenen, sondern auch auf die abgebrochenen Projekte eingegangen – und soweit noch rekonstruierbar wird auch auf die Gründe eingegangen.

Bibliographische Angaben: Wilfried Reininghaus, Die Historische Kommission für Westfalen 1896 bis 2021. Eine regionale Wissenschaftsgeschichte. Münster 2021, 560 Seiten, Festeinband, Abbildungen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 70). Aschendorff, ISBN 978-3-402-15145-7, Preis 49,00 EUR.